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2018_Reisebericht.pdf

Wer meinen Reisebericht in aller Ruhe lesen möchte, der kann sich den Bericht auch als PDF-Datei herunterladen. Fotos: Ewald Riemann / Marianne und Josef Tiefenbach

Die Reise nach Palanka 2018 (5. – 12. Juni)

Für Oliver und mich beginnt die Serbienreise immer einen Tag früher. Am Nachmittag bereits nach Ulm gefahren. In Frankfurt mussten wir schon beschleunigten Schrittes den Bahnsteig zu dem gebuchten EC erreichen. In Plochingen war die Fahrt zunächst zu Ende. Auf der Strecke Stuttgart – Ulm gab es einen „Personenschaden“. Die Strecke war in absehbarer Zeit nicht befahrbar. Wir wurden über Aalen nach Augsburg umgeleitet. Von Augsburg mit einem ICE dann nach Ulm. Mit einer Verspätung von 4 Stunden erreichten wir gegen 21 Uhr Ulm.
Die stressige Fahrt haben wir uns mit einem guten Essen im „Barfüßer“ entschädigt.


Am Dienstag in der Frühe trafen sich die Teilnehmer der Fahrt am Ulmer ZOB West. Der Weg führte uns über München und Salzburg nach Lebring, einer knapp 2.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde südlich von Graz, unweit der slowenischen Grenze. Auf der Fahrt zeichnete sich Franz in gewohnter Weise als Geschichtenerzähler aus (Raubzüge der Ungarn mit Hemd und Hose auf wendigen Pferden, Bedeutung des Begriffes „Balkan“, u.v.m.). Im Hotel-Restaurant Gollner waren wir sehr gut untergebracht. Die Temperaturen bewegten sich unterwegs: 31-28-25-26 Grad. In Lebring hatte es die letzten Tage wohl viel geregnet.


Wehr in der Mur bei Lebring

Tags darauf setzten wir unsere Reise durch Slowenien und Ungarn fort. Es bedarf keiner besonderen Erklärung, dass uns Franz während unserer Fahrt ausführlich über die Geschichte Sloweniens und Ungarns aufklärte. Damit verbunden war auch ein guter Einblick über die Mentalität der beiden Bevölkerungen. Mittagshalt war in Bóly bei Mohacs. Im Weinkeller Rothné Mészáros Ágnes gab es Mittagessen. Kipfel, Gemüsesuppe mit Leberknödel, gefüllter Paprika mit leckerem Weißbrot und gezogener Strudel ließen keine Wünsche offen. Dazu Weißwein, Soda, Schnaps und Kaffee im Garten.



Von Ungarn ging es nach Kroatien, das wir aber schon wieder bald verließen, um von Batina (HR) in Bezdan (SR) Serbien zu erreichen.



Die Donau zwischen Batina (HR) in Bezdan (SR) Serbien

Am frühen Abend erreichten wir Backa Palanka. Später traf man sich auf der Garten-Terrasse des Hotels, um den Tag ausklingen zu lassen. Eine Gruppe Donau-schwabennachkommen aus USA war auch im Hotel. Aus Kalifornien kamen sie. Im Laufe des Abends wurden Namen und Adressen ausgetauscht. 

Der erste Tag in Palanka. Es ist schon ein Ritual, dass der erste Gang in die Markthalle führt. Weiter führte unser Weg zum stillgelegten Bahnhof von Deutsch-Palanka. Die Schienen sind noch bis zum Deutsch-Palanker Friedhof zu sehen. Weiter Richtung Neu-Palanker Friedhof ist von Schienen nichts mehr zu sehen. Wir haben noch Verwandtschaft in Palanka. Zwei Nichten meines Rauch-Großvaters. Marlene und Hilde abgeholt und mit einem Taxi an die Donau gefahren. Ins dortige Restaurant, wo natürlich Fischgulasch Pflicht war.



Stillgelegter Bahnhof von Deutsch-Palanka


Da fährt kein Zug mehr - Schienen Richtung Neu-Palanka

Das Motto für den Freitag war ja „Auf gefundenen Spuren“. Die setzten wir mit Maria in der „Donaugasse“ um. Sie ist eine geborene Esch und wohnte nicht weit von meinen Leuten (Rauch und Schweis). Maria war schon einige Male in der „Donaugass“, ohne jedoch mit Bestimmtheit das Haus ihrer Vorfahren zu identifizieren. Sie bat Oliver und mich um Unterstützung, dem wir auch gerne nachgekommen sind. Und wir konnten ihr bestätigen, dass das von ihr wiederholt fotografierte Haus das Haus der Familie Esch war. Ein zögerlicher Griff an die Tür, sie war offen und der Besitzer erschien wenig später am Tor. Bat uns herein. Die Besitzer, ein Rentnerehepaar bewirteten uns und zeigten Maria den wunderschönen Garten. Wir durften auch fotografieren. Wir kein serbisch und die Gastgeber kein Deutsch und kein Englisch. Die Kommunikation war sehr schwer (Maria war mit Hedwig, die perfekt serbisch spricht, am Sonntag nochmal dort. Maria hatte einen Strauß Blumen und wollte sich nochmal bedanken. Ihnen wurde wieder ein herzlicher Empfang beschert). 

Am Nachmittag stand eine Fahrt nach Lovćenac (deutsch „Sekitsch“) auf dem Programm. In diesem ehemals „donauschwäbischen Dorf“, mitten in der Batschka, hat das Ehepaar Eisele (Helga Eisele ist Vorsitzende des HOG Sekitsch-Feketitsch) das ehemalige Haus einer donauschwäbischen Familie erworben. Darin wurde ein kleines Museum „Heimatstube“ eingerichtet. Zu verschiedenen Themen wie Tracht, Landwirtschaft, Schlachtfest, Weinbau, Gewerbe, Familie und Vereine gibt es Exponate zu sehen.

Sekitsch entstand 1786 und die Zahl der Eingewanderten belief sich auf 1624 Evangelische A.C., 71 Evangelische Reformierte, 51 Katholiken und 5 Juden, zusammen auf 1751 Seelen.

Da staunten die katholischen Palanker in ein ehemals fast rein evangelisches, donauschwäbisches Dorf zu kommen.


Auf dem Weg nach Sekitsch kamen wir u.a. auch durch Gajdobra. In diesem Ort hatten sich die „Tiefenbach“ angesiedelt, nachdem sie aus Hessen 1770 in der Batschka eingetroffen waren. Am späteren Nachmittag noch Besuch bei Dragan und Hilde.

Der Samstag ist immer für die Fahrt nach Jarek vorbehalten. An der im letzten Jahr errichteten Gedenkstätte für die im Lager verstorbenen Donauschwaben gedachten wir den Verstorbenen und legten einen Blumenstrauß nieder.


Die Gedenkstätte in Jarek (Foto: Riemann)

Weiter führte unsere Tour nach Maria Schnee. Aber die Kirche war leider verschlossen. Nach Maria Schnee unternahmen die Obrovacer Landsleute Wallfahrten. Unsere nächste Station war daher Sremski Karlovci. In einem Lokal direkt an der Donau, aßen wir zu Mittag.

Die Festung Peterwadein war das Ziel einiger der Teilnehmer. Rundgang mit geschichtlichen Erläuterungen von Franz. Abschluss des Tages dann in der Altstadt von Novi Sad.


Peterwadein


Die Donau bei Novi Sad

Am Sonntag trafen wir uns auf dem Deutsch-Palanker-Friedhof. Dort gedachten wir unseren Toten an der neugestalteten Grabstätte. 



Auf dem Friedhof in Deutsch-Palanka

In der Nähe der orthodoxen Kirch, in einem Lokal, gab es Fisch-Paprikasch. Rudi hatte es gekocht. In zwei Kesseln auf offenem Feuer. So wurden dann auch je ein Kessel auf die beiden belegten Tische gestellt. Dazu gab es Nudeln. Und zum Abschluss noch Mohnstrudel, den Marlene und Rudi gebacken hatten.


Fischgulasch

Der Koch „beschwerte“ sich zum Abschluss, dass wir wenig gegessen hätten.

Die Tage in Palanka verflogen wieder sehr schnell und so hieß es dann „Auf Wiedersehen Palanka/Obrovac“. In Ilok gönnten wir uns noch einen letzten Blick nach Palanka.

Der nächste Halt war in Vukovar. Der im letzten Krieg zerschossene Wasserturm ist eingerüstet. Er soll begehbar als Mahnmal hergerichtet werden. 

Nach einer Übernachtung in Lebring, südlich von Graz, erreichten wir am Dienstag wieder Ulm.

Fazit:
Wir waren in diesem Jahr eine kleine Teilnehmergruppe, die sich sehr gut verstand. Bleibt zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr einige Landsleute mehr anmelden und an der immer wieder interessanten teilnehmen.

Die ersten Anmeldungen für die Fahrt 2019 im kommenden Jahr sind bei Franz schon eingegangen.

Ganz besonderen Dank geht an Harry, unseren nie schlechtgelaunten Fahrer. Dank auch an seine Tochter für die Planung der Reise und Auswahl der Unterkunft in Österreich. Ja und da wäre natürlich noch der Franz. Das wandelnde Lexikon. Die Art seiner Ausführungen sind immer hörenswert. Bleib gesund, Franz, damit du noch viele Reisen begleiten kannst.