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Tagebuch über die Reise nach Palanka 2019
Wer meinen Reisebericht in aller Ruhe lesen möchte, der kann sich den Bericht auch als PDF-Datei herunterladen. Fotos: Ewald Riemann / Josef Tiefenbach


2019_Reisebericht.pdf

27. Mai 2019 (Montag)

Am heutigen Montag begann meine diesjährige, sechste Serbien-Fahrt.

Es regnete bei uns in Hessen ganz sachte, aber für Reisende und insbesondere für Brillenträger sehr störend.

In Ulm regnete es Gott sei Dank nicht. Vor dem Bahnhof ist immer noch eine riesige Baustelle. Zum Hotel gelaufen, wenige Gehminuten. Hatte mich schon online eingecheckt. Musste nur noch den Meldezettel abgeben. Schon bald in die Stadt gelaufen. In einem Lokal lecker gegessen. Anschließend am Rathaus vorbei zur Donau gelaufen. Die Donau hat Hochwasser. Nicht dramatisch, aber imposant. Einige Zeit an der Donau verweilt. Drachenboote kamen vorbei haben wohl trainiert. 

28. Mai 2019 (Dienstag)

Heute regnete es auch in Ulm, recht heftig sogar. Um halb acht Uhr zum Busbahnhof gelaufen.   

Im ersten Wartehäuschen stand ein Mann mit Koffer. Er sah mich an. Ich sah ihn an und fragte „Fährst Du auch nach Palanka?“, was er bejahte. Meine Nachfrage „Bist Du Palankaer oder Tscheber?“ beantwortete er mit Palankaer. „Neu-Palanka oder Deutsch-Palanka?“. „Wir wohnten in der Safarikova“, war seine Antwort. „In der Safarikova habe ich Verwandtschaft“, war meine Antwort. Und als ich ihm erzählte, dass es sich um zwei Damen handelt, die geborene Dzinic sind, antwortete er zu meinem Erstaunen, dass er sie kennt. Es waren Nachbarn über die Straße.

Harry M. kam mit dem Bus. Beim Einsteigen wurden auch die anderen Mitfahrer/-innen begrüßt. Gut die Hälfte kannte ich bereits von früheren Fahrten.

Pünktlich um 7:45 Uhr verließen wir Ulm. In Dasing (Bauernmarkt), Augsburg und München stiegen weitere Teilnehmer ein. Und nachdem die Reisegesellschaft komplett war (21), hieß es auch schon bald „Zähne putzen“! Franz hatte noch Maulbeerschnaps aus Palanka. Diese „Mundspülung“ hat den großen Vorteil, dass die Spülung nicht ausgespuckt werden muss, sondern geschluckt werden kann.

Mittagspause in der Nähe von Salzburg. Längere Pause auch in Liezen. Unser Ziel am ersten Tag war Lebring. Im Hotel Gollner wurde Quartier bezogen. Für die Verpflegung am Abend (3-Gänge-Menü) war bestens gesorgt. Auch außerhalb des Busses wurden Erfahrungen ausgetauscht, Geschichten über die eigenen Erlebnissen oder die der Familie erzählt. 

29. Mai 2019 (Mittwoch)

6.30 Uhr Frühstück. Die Fahrt ist keine Vergnügungsreise! Um 7:30 Uhr machten wir uns auf die Reise „durch Transdanubien und der Batschka nach Palanka“. Slowenien war das nächste Euro-Land ohne Grenzkontrolle. Auch in Ungarn konnten wir ohne Kontrolle einreisen.

Und traditionell wurde in Bóly bei Mohacs, im Weinkeller der Familie Roth (geb. Moschnizka) eingekehrt. Sarma gab es in diesem Jahr. Vor und danach eine leckere Suppe, Bäcker-Kipfel, Weißwein, Sodwasser, gezogener Strudel, Espresso und natürlich einen Schnaps. 


Gut gestärkt versammelte sich die Reisegruppe noch vor dem Weingut zu einem gemeinsamen Foto. Der Ewald rückte uns ins rechte Bild. 


Vor dem Weingut in Bóly.

Danach setzten wir die Reise fort. Von Ungarn nach Kroatien (Grenzkontrolle), von Kroatien nach Serbien (Grenzkontrolle). Aber die Kontrollen gingen recht zügig. In Serbien war der erste Ort „Bezdan“. Ein Ort mit Geschichte, denn dort übernachteten die Obrovacer Landsleute (mussten wohl erst Militär vorbeilassen, die auf dem Rückzug waren). Dann überquerten sie die Donau, um auf der anderen Seite der Donau Batina in Kroatien zu erreichen. Dort mussten die Flüchtenden mit ihren Wagen und Pferden einen steilen Anstieg bewältigen. Das waren sie nicht gewöhnt. Für Mensch und Tier eine gewaltige Anstrengung.

Cousin Jakob P. kann sich noch gut daran erinnern. Er war damals 11 Jahre, als er mit seiner Mutter, seiner Schwester, Oma und Opa Tiefenbach von Obrovac im Oktober 1944 seine Heimat verlassen musste. Vor dem Anstieg wurden mehrere Pferde vorgespannt. Oben wieder ausgespannt und nach unten geführt. Der nächste Wagen wurde nach oben gezogen. So ging es nach und nach bis der letzte Wagen oben am Hügel angekommen war und die Fahrt fortgesetzt werden konnte. Auch abschüssige Straßen und Wege waren auf dem weiteren Weg für die Flüchtenden ein Problem. Denn ein Obrovacer Wagen hatte keine Bremse. Die brauchte man nicht, in der weiten Ebene der Batschka. 


Die Donau-Brücke zwischen Batina (Kroatien) und Bezdan (Serbien)

Bei Regen ging die Fahrt über Sombor, an Bač und Obrovac vorbei nach Backa Palanka. Der Regen begrüßte uns auch in Palanka als wir im Hotel Fontana angekommen waren.

Nix mit „den Abend auf der Sommerterrasse genießen“. Man traf sich zum Tagesausklang in der Hotelhalle. 

30. Mai 2019 (Donnerstag)

Mit dem Tagesmotto: „Grüß Gott – dobro dosli – herzlich Willkommen in Palanka“ starteten wir unseren ersten Tag in der alten Heimat unserer Vorfahren. In Deutschland feierten sie Christi Himmelfahrt.

Die „wilden Tscheber“ (zu diesem Ausdruck an anderer Stelle mehr) wurden von Harry nach Tscheb gefahren. Sie hatten den Tag über Zeit, ihren Heimatort bzw. den Heimatort ihrer Vorfahren zu erkunden. Unter ihnen befand sich der 1. Vorsitzender der HOG Tscheb.

Ich hatte mich mit der Verwandtschaft verabredet. Hatte aber zuvor noch Zeit, mit ins Pfarrhaus zu gehen. Monika G. suchte Daten ihrer Familie. Auf meinem Weg kam ich an der neuen Gedenksäule vor der Katholischen Kirche vorbei. Sie ist sehr schön geworden und in serbischer, englischer und deutscher Schrift wird an die Donauschwaben in Palanka erinnert.



Leider haben sich 3 Tippfehler / Rechtschreibfehler im deutschen Text eingeschlichen.

Danach bin ich zur Wechselstube, Markthalle, Orthodoxen Kirche und zum katholischen Friedhof, bevor ich Marlene und Hilde im Haus von Marlene traf, die in der Safarikova wohnt. Wie alljährlich ist das Wiedersehen natürlich eine große Freude. Ich hatte zum Mittagessen eingeladen. Leider hatte Hilde keine Zeit, denn sie musste auf Enkelkinder aufpassen.

Per Taxi fuhr ich mit Marlene zur Donau. Zunächst beschauten wir uns die Donau, die Hochwasser führt und weite Bereiche (u.a. den Strand) überschwemmt hat. „Fischgulasch“ gab es dann im Restaurant. Später kamen noch Maria und Hedwig dazu, die einen Spaziergang zur Donau unternommen hatten.



Auf dem Rückweg fuhren wir zum Orthodoxen Friedhof. Dort besuchten wir das Grab von Marlenes Mann Arsen. Bei Marlene fragte ich noch, wie alljährlich, nach Daten und Begebenheiten der Familiengeschichte, nach. Und in jedem Jahr erfahre ich etwas Neues. 

Am späten Nachmittag unternahm ich noch einen Rundgang. Zur Donau. Zum Rauch-Schweis-Haus in der Donaugasse und zum Steinkreuz, das an die nicht mehr vorhandene Neu-Palanker Kirche erinnert. 


     Das Doppelhaus von Rauch (links) und Schweis in der Donaugasse

31. Mai 2019 (Freitag)

Am Vormittag fuhren wir nach Begeč, das an der Donau liegt, etwa 15 km westlich von Novi Sad, an der Straße von Bačka Palanka nach Novi Sad.

Am Ortseingang von Begeč befindet sich ein Bauernhof. Eine typische wirtschaftliche Einheit bestehend aus dem Haus, Wirtschaftsgebäuden sowie Obst- und Gemüsegarten. Das Haus wurde in den 1930er Jahren gebaut. Wo früher sich Hühner, Gänse und Enten tummelten war heute Rasen. Schattige Plätzchen für die Touristen, denn das ist die derzeitige Nutzung des Anwesens.

Der Salasch, bei uns würde man „Aussiedlerhof“ sagen, befand sich in der Regel weit weg vom Ort, gut 10 – 15 km vom Dorf entfernt, mitten im Feld. Bewohnt wurde der Wohnhausbereich von einem „Knecht“ (landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter) mit seiner Familie. Er passte auf das Inventar, die Maschinen, die Pferde und Kühe/Ochsen oder Büffel auf und organisierte die notwendigen Arbeiten. Er bekam keinen Lohn, sondern konnte sich in Selbstversorgung mit seiner Familie ernähren. Hühner, Gänse, Enten, 1 – 2 Schweine konnte er sich halten und ein Gemüsegarten und Obst standen ihm zur Verfügung. Der Eigentümer des Salas war nur in Stoßzeiten anwesend und in dieser Zeit wurden auch viele „Taglöhner“ (meist Frauen) beschäftigt.

Ans Wohnhaus schlossen sich Kammern an, die zur Lagerung von Mehl u.a. dienten. Dort befand sich auch der Abgang zum Keller und die Küche.

In den Nebengebäuden mit niedrigerer Decke wurden Schweine gehalten und oben trocknete der Kukuruz (Mais). In einem anderen Gebäude, mit höherer Decke, befanden sich Pferde, Kühe, Ochsen oder Büffel. Darüber trocknete auch hier der Kukuruz. Für das Ziehen von schwerem Gerät (z.B. Dreschmaschine und Dampfmaschine) wurden keine Pferde verwendet, sondern Ochsen oder Büffel, die mehr Zugkraft besaßen. 

Das war nur ein kleiner Einblick über die Ausstattung und das Leben in einem „Salasch“. Und wer konnte uns das alles erzählen, natürlich Franz. F.!


                                                  Cvejin Salač in Begeč

Auf dem Rückweg unternahmen wir eine Stippvisite in Tscheb (heute: Celarevo, benannt nach einem Partisan). Die Tscheber Kirche (Maria Himmelfahrt) macht einen besseren Eindruck, als z.B. die Kirche von Obrovac. Das Dach war repariert worden und die Eingangsfront hatte einen neuen Farbanstrich. Leider konnten wir nicht in die Kirche. Der „Schlüsselverwalter“ war nicht auffindbar. Ein Spaziergang durch den Park zum Herrenhaus schloss sich an. Das Herrenhaus war neu renoviert, aber leider durch Graffiti völlig beschmiert. Rechts von dem Herrenhaus war die LAB Brauerei zu sehen (heute im Eigentum von Carlsberg).


Denkmal für den Partisanenkommandanten Zdravko Čelar, die katholische Kirche, die LAV-Brauerei und das Herrenhaus

Abschluss des heutigen Tages war die Besichtigung der Orthodoxen Kirche in Palanka. Während die anderen Reiseteilnehmer zum Hotel fuhren, bin ich von dort zu Marlene und gleich weiter zu Hilde und Dragan. Hilde hatte Waffeln (Oblaten)  gemacht. Dazu gab es aufgebrühten Kaffee. Und natürlich „Trewrschnaps“, den Dragan selber herstellt. Von eigenen Trauben. Und natürlich bekam ich einen Liter mit – „the same procedure as every year“!

Ein Kurzbesuch bei Margita und guten Tag gesagt. Sie hatte es eilig und wir verabredeten uns für den nächsten Tag bei der Einweihung des Denkmales. 

Noch mal zu Marlene. Sie hatte noch einige Fotos für mich. Und einige Informationen zur Familie und den Geschehnissen nach dem Krieg. 

1. Juni 2019 (Samstag)

Ein großer Tag für die Palanker Donauschwaben. Nach jahrelangem Ringen konnte das Vorhaben „Gedenkstein-Gedenksäule-Denkmal“ verwirklicht werden. Auf einem gemeindeeigenen Grundstück direkt vor der katholischen Kirche wurde eine Säule mit folgendem Text (in Deutsch, Serbisch und Englisch) errichtet:

„Historische Wappen der drei Palanka Gemeinden

Neu Palanka 1775 – Alt Palanka 1774 – Deutsch Palanka 1829

Dieses Denkmal wurde errichtet zur Erinnerung an die Deutschen Bewohner, die hier in Bačka Palanka von 1764 bis 1944 lebten.

Das Denkmal wurde errichtet von der Gemeinschaft der Palanker Donauschwaben aus der ganzen Welt.

Bačka Palanka 2018“

Und an diesem Samstag wurde die Säule mit einem Festakt enthüllt. Da es regnete, fanden die Reden und Musikbeiträge in der Kirche statt. Hans (Johann) Supritz (der Bundesvorsitzender der Donauschwaben und Vorsitzender des HOA Palanka), der Parlamentsvorsitzender der autonomen Provinz Vojvodina, der Bürgermeister  und der Vertreter des Nationalrates der deutschen Minderheit sprachen Grußworte (diese werden noch im Heimatbrief veröffentlicht). Schüler der Musikschule untermalten die Veranstaltung mit Musikbeiträgen.

Rechtzeitig zur Denkmalenthüllung hatte der Regen ein Pause eingelegt.


                                 Vor der neuen Gedenkstätte.

Mit den geladenen Gästen ging es anschließend zum gemeinsamen Mittagessen in die Villa Grande. Das Hotel/Restaurant liegt im Akazienwald an der Straße nach Obrovac. Das Mittagessen war zwar üppig, aber die Suppe nur lauwarm und das Fleisch trocken. Spricht nicht gerade für ein so nobles Restaurant. Und wir saßen draußen in einer Remise und es war kalt. Und es regnete wieder sehr stark.

Der Akazienwald hat für die Donauschwaben einen sehr traurigen Ruf. Dort wurden nach Einmarsch der Partisanen in Palanka über 200 Männer erschossen und in Gruben verscharrt.


                              Mittagessen in der Villa Grande

Nach dem Mittagessen fuhren wir zum katholischen Friedhof von Deutsch-Palanka. Wie alljährlich gedachten wir dort unseren Toten an der vor zwei Jahren neugestalteten Grabstätte. Und wir gedachten Marlene Uhlarik, geb. Haag, die in diesem Jahr verstorben war. Marlene war die treibende Kraft und gute Seele der Donauschwaben in Palanka. 


                            Auf dem Katholischen Friedhof

Ich bin vom Friedhof zu Marlene gelaufen, immer noch im Regen. Die Gehwege waren fast unpassierbar, so viele Pfützen hatten sich gebildet.

Familiengeschichte: Jakob, Ilonka, Marlene und Hilde Dzinic waren auch im Lager. Wohl nur in Palanka (Bauerngasse?). Als das Abholen drohte, hatte ihr Großvater die beiden Mädchen „gestohlen“, musste sie aber nach 2 Tagen wieder abliefern. Eigentlich sollte nur Jakob Dzinic abgeholt werden. Die „Ilonka Tante“ (seine Frau) hat aber darauf bestanden „wo er hingeht, gehen auch wir hin“ und so kamen sie alle 4 ins Lager. Während der Lagerzeit musste Jakob in einer Schusterei (zusammen mit 20 Kollegen) arbeiten. Ein reicher Serbe hat Ilonka aus dem Lager geholt. Er hatte eine Gaststätte, in dem Ilonka arbeiten musste.

Marlene ging die ersten 4 Jahre in die Klosterschule und anschließend in die Volksschule.

Marlene war zum Ende des Krieges 6 Jahre alt (ihre Schwester Hilde 3 Jahre). Es fehlt natürlich an einem vollständigem Erinnern an diese Zeit. 

2. Juni 2019 (Sonntag)

„Auf Wallfahrt-Spuren“ war das Motto unseres Ausfluges am Sonntag. Unsere Fahrt führt zunächst nach Jarek, wo wir an der Gedenkstätte für die im Lager verstorbenen Donauschwaben gedachten und legten einen Blumenstrauß nieder.


                           Gedenkstätte in Bački Jarak.

Weiter führte unsere Tour nach Maria Schnee. Aber die Kirche war leider wieder verschlossen. Nach Maria Schnee unternahmen u.a. die Obrovacer Landsleute Wallfahrten. Mein Cousin Jakob aus Obrovac erinnert sich, dass auch unsere Oma und seine Mutter nach Maria Schnee gelaufen sind.


Unsere nächste Station war Sremski Karlovci. In einem Lokal direkt an der Donau, aßen wir zu Mittag. Das Essen war lecker. Aber bei der Abrechnung musste man höllisch aufpassen, dass auch der Preis abgerechnet wurde, den man zuvor in der Speisekarte gelesen hatte. Höhere Preise wollte man mit dem Hinweis in Rechnung stellen, „das war eine alte Speisekarte, die sie hatten“. Aber die Donauschwaben waren auf der Hut und bestanden zurecht auf dem gelesenen Preis.

Spaziergang nach Sremski Karlovci, eine Stadt in der autonomen Provinz Vojvodina in Serbien. Sie befindet sich in der historischen Region Syrmien, ist aber dem Okrug Južna Bačka (ein Verwaltungsbezirk in der südlichen Batschka) zugeordnet. Die Stadt liegt an der Donau und am Fuße des Nationalparks Fruška Gora nur wenige Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Novi Sad. Im Jahre 2002 hatte Sremski Karlovci etwa 8.800 Einwohner.

Die barocke Altstadt von Sremski Karlovci, darunter die serbisch-orthodoxe, so genannte Untere Kirche aus dem Jahr 1718 und die Obere Kirche (1745), die Saborna crkva (die Domkirche von Sremski Karlovci, erbaut 1758–1762), die römisch-katholische Kirche (1765), der Brunnen Die vier Löwen, das Magistratsgebäude von 1811, die so genannte Kapelle des Friedens im Andenken an den Kongress von Karlowitz (erbaut 1817), das Stadtmuseum (das Heim der Rajačić), das orthodoxe Gymnasium 1891, das Patriarchat (Sitz des serbisch-orthodoxen Erzbischofs, 1894), das orthodoxe Klosterinternat (1901), Palast Stefaneum (1903) und vieles mehr machen die Stadt sehenswert.(Wikipedia)

Unser nächstes Ziel war Festung Peterwadein, ein Stadtteil von Novi Sad. Die diesjährige Besichtigung war etwas eingeschränkt, denn es fand ein Mountain-Bike-Rennen statt. Die Jungs und Mädchen bretterten u.a. die steile, alte Treppe hinunter- halsbrecherisch. Aber wir konnten das sehen, was wir sehen wollten. Und natürlich wusste Franz uns viel zur Geschichte dieser Wehranlage zu erzählen.


Die Festung Peterwadein.


Das Parlamentsgebäude in Novi Sad.

Zum Abschluss unseres Ausfluges spazierten wir noch durch die Fußgängerzone von Novi Sad. Franz erzählte uns Wissenswertes über die Geschichte der Stadt, zu verschiedenen Häusern und zum Denkmal vor dem Rathaus. Die Statue zeigt Svetozar Miletić (1826–1901), ein von Ivan Meštrović 1939 gefertigtes Werk zu Ehren dieses erfolgreichen Politikers und Freiheitskämpfers aus dem 19. Jh.!

Und wieder im Hotel zurück, konnten wir zum ersten Mal während unseres Palanka-Aufenthaltes auf der Terrasse sitzen, dort etwas essen, Erlebnisse und Eindrücke austauschen. 



3. Juni 2019 (Montag)

„Auf Wiedersehen Palanka / Tscheb“ hieß es an diesem Montag. Um acht Uhr fuhren wir zur Donaubrücke, um von Serbien nach Kroatien zu gelangen. Die serbischen Grenzer sammeln im Bus die Pässe ein (mit Gesichtskontrolle), prüfen die Ausweise und wir können weiter fahren. Die kroatischen Grenzer lassen uns aussteigen und jeder Mitfahrende muss seinen Pass zur Kontrolle an der Station vorzeigend wieder zum Bus gehen.

Na ja, es war die letzte Kontrolle während unserer Fahrt.

In Ilok machten wir noch mal Halt. Johann M. zeigte uns einen Platz, von dem man einen wunderschönen Blick auf Ilok hat. Johann besuchte in Ilok das Gymnasium und hat im Winter auch in Ilok übernachtet.

Und natürlich durfte der Blick über die Donau nach Palanka nicht fehlen. Dieser Blick ist durch die hohen Bäume sehr begrenzt und eigentlich kann man nur die Silos erkennen. Das war wohl früher anders. Als die erste Reise in die alte Heimat unternommen wurde, man konnte noch nicht nach Palanka, aber man konnte den Ort gut sehen. Die einzelnen Straßen und einige Teilnehmer konnten auch ihre Häuser sehen, worauf sie unter Tränen hinwiesen.



In Ilok

Unser nächster Halt war in Vukovar. Der zerschossene Wasserturm ist immer noch eingerüstet. Dieses Mahnmal aus dem serbisch-kroatischen Krieg soll zu einer touristischen Attraktion ausgebaut werden. Der Bau ist schon recht weit vorangeschritten. Und da fehlte doch etwas? Ja richtig, es weht keine kroatische Fahne auf der Spitze des Wasserturmes. Hat das etwas zu bedeuten?


Der Wasserturm in Vukovar

Weiter führte uns der Reiseweg über Zagreb und Spielfeld nach Lebring ins Hotel Gollner, wo wir wieder übernachteten.

Die Fahrt durch Kroatien und Slowenien nutzte Franz, um uns das Leben und Wirken von Josip Broz „Tito“, 1892 in Kroatien geboren, näher zu bringen. Von Beruf war er Schlosser. Teilnehmer im 1. Weltkrieg und kam bereits 1915 in russische Gefangenschaft. Dort kam er zur kommunistischen Bewegung, war Zeuge der Oktoberrevolution und kämpfte auf Seiten der Bolschewiki im Bürgerkrieg.

1920 kehrte er in seine Heimat zurück und trat in die Kommunistischen Partei ein und begleitete zahlreiche Ämter. Anfang der 1940er Jahren ging er in den Untergrund und organisierte den Widerstand gegen die deutsche und italienische Besatzung. Ende 1944 übte der Antifaschistische Rat die Macht in ganz Jugoslawien aus. Damit begann der Leidensweg der noch verbliebenen Donauschwaben in Jugoslawien. 

Die Kroaten waren übrigens auch die Erfinder der Krawatte. 

Kroate war auch Nikola Tesla, ein Erfinder, Physiker und Elektroingenieur. Sein Lebenswerk ist geprägt durch zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik, insbesondere der elektrischen Energietechnik, wie die Entwicklung des heute als Zweiphasenwechselstrom bezeichneten Systems zur elektrischen Energieübertragung. Nicola Tesla ist Namenspatron von Tesla, Inc., einem kalifornischen Hersteller von Elektroautos mit Wechselstrommotor.

4. Juni 2019 (Dienstag)

Der letzte Tag der Reise war schon etwas wehmütig. Die Gruppe hatte sich gut verstanden und voneinander profitiert.  Einige ergriffen das Wort im Bus und bedankten sich für diese schöne Reise in das Land der Vorfahren, wobei ja auch ein Teil noch in Jugoslawien geboren war und erst später nach Deutschland übersiedelten.

Im kommenden Jahr soll der Reisetermin wieder Ende August liegen (25. August – 1. September 2020), um am Strudelfest teilnehmen zu können, welches immer am letzten Sonntag im August stattfindet.

Ich habe einen Freund gefunden, der mir viel von Palanka und insbesondere von seiner Familie erzählt hat. „Jani“ wurde 1950 geboren und ist erst 1964 nach Deutschland zu seinem Vater übergesiedelt. Und Jani hat eine Spielkameradin wieder getroffen und hat Marlene besucht.

Über seine Familie werde ich an anderer Stelle berichten.